Warum funktioniert mein Arbitrage-EA nicht mehr? | BJF
Cart 0

Wie schnell muss Ihr VPS für Arbitrage sein?

Kurz gesagt: Bei Latenzarbitrage ist die Netzwerkentfernung zum Broker weitaus wichtiger als die CPU-Leistung.

Entscheidend ist die Netzwerklatenz zum Server Ihres Brokers, nicht die Taktfrequenz oder die Anzahl der Kerne. Bei Latenzarbitrage sollte die Umlaufzeit zwischen Ihrem VPS und dem Broker möglichst im einstelligen Millisekundenbereich oder darunter liegen. In der Praxis bedeutet das Hosting im selben Rechenzentrum wie der Broker (Co-Location). Ein leistungsstarker VPS, der weit vom Broker entfernt ist, ist dort langsamer, wo es darauf ankommt, als ein bescheidener VPS direkt neben ihm. Für langsamere, kapitalbasierte Strategien genügt ein stabiler gewöhnlicher VPS.

„Schnell“ bedeutet niedrige Latenz, nicht hohe Spezifikationen

Der häufigste Fehler bei der VPS-Auswahl für Arbitrage ist, nur nach CPU und RAM zu kaufen. Diese sind für den reibungslosen Betrieb der Software wichtig, stellen aber nicht den entscheidenden Vorteil dar. Entscheidend ist, wie schnell eine Preisänderung vom Markt zu Ihrer Engine und Ihre Order zurück zum Broker gelangen kann. Das ist eine Frage der Netzwerkentfernung und unterliegt den Gesetzen der Physik: Je näher sich Ihr Server am Broker befindet, desto kürzer ist dieser Weg.

Ein leistungsstarker VPS, der dreitausend Kilometer vom Broker entfernt ist, wird immer gegen einen bescheideneren VPS im selben Gebäude verlieren, denn keine CPU kann über große Entfernungen die Lichtgeschwindigkeit übertreffen. Deshalb sprechen ernsthafte Latenzhändler über Co-Location und die Wahl des Rechenzentrums, nicht über Prozessor-Benchmarks.

Das Latenzbudget im Einzelnen

Ihre gesamte Reaktionszeit besteht aus einer Kette von Verzögerungen. Latenzarbitrage steht und fällt mit deren Summe. Daher ist es hilfreich zu wissen, wo die Millisekunden verloren gehen.

Glied in der Kette Welche Zeit es kostet
Datenfeed zu Ihrem VPS Wie schnell Sie von der Preisbewegung erfahren. Entfernung zur Quelle des Datenfeeds
Verarbeitung auf dem VPS Bei effizienter Software normalerweise der kleinste Anteil
VPS zum Broker Das entscheidende Glied. Co-Location reduziert dies nahezu auf null, ein entfernter VPS macht es fatal
Verarbeitung beim Broker Außerhalb Ihrer Kontrolle; hier verzögert eine feindselige Ausführung absichtlich

Beachten Sie, dass das letzte Glied dem Broker gehört und ein feindseliger Broker dort absichtlich Verzögerungen hinzufügen kann. Deshalb sind die Wahl des VPS und die Wahl des Brokers dasselbe Problem, nur von zwei Seiten betrachtet. Die Brokerseite behandeln wir ausführlich in Wie Broker Ihre Orders wirklich ausführen.

Co-Location im Vergleich zu einem günstigen VPS

Die praktische Entscheidung hängt davon ab, was Sie handeln. Co-Location beziehungsweise ein VPS im Rechenzentrum des Brokers bietet die niedrigstmögliche Latenz zu diesem Broker und ist für wettbewerbsfähige Latenzarbitrage praktisch unverzichtbar. Ein günstiger Universal-VPS in einer weit entfernten Region reicht für Charts und langsamere Strategien aus, bringt Sie bei der Latenzarbitrage jedoch dauerhaft ins Hintertreffen. Die Regel ist einfach: Richten Sie Ihr Hosting nach dem Broker aus, bei dem Sie tatsächlich handeln, nicht nach einer allgemeinen Liste der „schnellsten VPS“.

Kernaussage: Es gibt keinen universell „ausreichend schnellen“ VPS. Geschwindigkeit ist relativ zum Serverstandort eines bestimmten Brokers. Ein VPS ist für Arbitrage nur dann schnell, wenn er sich in der Nähe des Brokers befindet, bei dem Sie handeln.

So messen Sie die Latenz Ihres VPS

Sie müssen nicht raten. Messen Sie die Umlaufzeit von Ihrem VPS zum Handelsserver des Brokers und beobachten Sie sie über längere Zeit, nicht nur einmal. Eine gute Konfiguration weist eine niedrige und stabile Latenz auf. Zwei Warnsignale sind wichtig: ein hoher Basiswert, weil Ihr VPS schlicht zu weit vom Broker entfernt ist, und ein plötzlicher Anstieg der Latenz, nachdem Ihr Konto profitabel geworden ist. Letzteres deutet auf eine zusätzliche Verzögerung auf Brokerseite statt auf ein Hostingproblem hin. Eine vollständige Anleitung zur Einrichtung finden Sie in unserem Leitfaden zu VPS für Forex-Arbitrage.

Häufig gestellte Fragen

Hilft eine schnellere CPU bei Arbitrage?

Nur geringfügig. Sobald die Software reibungslos läuft, verkürzt zusätzliche CPU-Leistung nicht den Netzwerkweg zwischen Ihrem VPS und dem Broker, auf dem der Vorteil gewonnen oder verloren wird. Die Netzwerkentfernung ist wichtiger als reine Spezifikationen.

Benötige ich Co-Location für Arbitrage?

Für wettbewerbsfähige Latenzarbitrage praktisch ja. Hosting im selben Rechenzentrum wie der Broker bietet die niedrigstmögliche Latenz zu diesem Broker. Für langsamere, kapitalbasierte Strategien genügt ein stabiler gewöhnlicher VPS.

Welche Latenz ist für Latenzarbitrage ausreichend?

So niedrig wie möglich zu Ihrem konkreten Broker, idealerweise eine Umlaufzeit im einstelligen Millisekundenbereich oder besser, was normalerweise Co-Location voraussetzt. Das richtige Ziel wird relativ zum Server des Brokers definiert, nicht durch einen absoluten Wert.

Hosten Sie dort, wo sich der Broker befindet, bei dem Sie tatsächlich handeln

Richten Sie das Hosting richtig ein und erfahren Sie, wie der Broker genau die Latenz hinzufügen kann, die Ihr VPS beseitigen sollte.

Leitfaden zu VPS für Forex-Arbitrage
Leitfaden zur Latenzarbitrage